Ulva lactuca

Merkmale

Ulva lactuca ist eine Grünalgenart aus der Familie der Ulvaceae, die weltweit vorkommt. Sie gilt als eine der vielseitigsten Algen, die unter anderem in der Ernährung, Landwirtschaft, Pharmakologie und Medizin eingesetzt wird.

U. lactuca wird umgangssprachlich als Meersalat (wegen seines Aussehens) oder „Meerlattich“ bezeichnet. In Asien wird er auch „Aosa“ oder „Aonori“ genannt. Meersalat hat eine leuchtend grüne Farbe und gelappte, krause Blätter, die einem Salatblatt ähneln, aber bis zu 50 Zentimeter lang werden können. Die Blätter der meisten Formen von U. lactuca sind nur ein oder zwei Zellen dick, sodass sie oft zerfledderte Ränder und Perforationen aufweisen. Durch die Sonne getrocknet, kann die Farbe des Seetangs von weiß bis schwarz reichen.

Meeressalat


Geografische Verbreitung & Erntezeit in Europa

Ulva lactuca wächst unter natürlichen Bedingungen überall auf der Welt – in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, im Indischen Ozean und auf den Pazifikinseln, in Südwestasien, Australien und Neuseeland. Sie wächst sowohl in litoralen als auch in sublitoralen Gewässern in Tiefen von bis zu 75 Metern, braucht aber viel Sonnenlicht zum Gedeihen. Sie ist mehrjährig und wächst das ganze Jahr über, obwohl die größten Blüten im Sommer gebildet werden. Die Erntezeiten können je nach Standort variieren. Aufgrund des starken Sommerwachstums ist an vielen Standorten eine Ernte im Spätsommer bis Herbst sinnvoll.

Harvest season

Nährstoffgehalt

Ulva lactuca gilt als gute Nährstoffquelle. Es enthält hohe Mengen an Cobalamine bzw. Vitamin B12, das eine starke Rolle bei der Aufrechterhaltung der Homöostase im Gehirn und Nervensystem sowie bei der Blutbildung spielt. Wie bei anderen essbaren Grünalgen kann die Proteinkonzentration von U. lactuca bis zu 33 % der Pflanzentrockenmasse ausmachen. Ernährungsphysiologisch enthält es 87 mg Eisen und 700 mg Kalzium pro 100 Gramm. Sie ist auch reich an Natrium, Kalium, Magnesium, Jod, Aluminium, Mangan und Nickel und enthält Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin C, Kalzium, löslichen Stickstoff, Phosphor und zahlreiche Spurenelemente.

Ulva lactuca (Meeressalat)


In mehreren klinischen Studien konnte U. lactuca als bessere Ballaststoffquelle als Obst oder Gemüse identifiziert werden. Zudem hat es nachweislich antioxidative Eigenschaften, die zur Senkung des Gesamtcholesterinspiegels im Serum, des LDL-Cholesterins und der Triglyceride beitragen – allesamt bedeutende Risikofaktoren für koronare Erkrankungen. Die Polysaccharide in U. lactuca haben darüber hinaus nachgewiesenermaßen signifikante schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften.

Verwendungen in Lebensmitteln

Wie der gebräuchliche Name Meeressalat vermuten lässt, wird Ulva lactuca häufig als Meeresgemüse in Salaten verwendet. Es wird auch gekocht, in Suppen und zusammen mit Fleisch und Fisch serviert.

  • In Großbritannien, Irland, Skandinavien, China und Japan ist sie eine gängige Nahrungsquelle für den Menschen. In Japan wird U. lactuca oft bei der Zubereitung von Sushi als Nori-Ersatz verwendet.
  • Auch als Bestandteil von industriell gefertigten Lebensmitteln, wie z. B. Eiscreme, wird Ulva lactuca verwendet.
  • Kohlenhydrate werden oft als einer der wichtigsten Nahrungsbestandteile für den Stoffwechsel angesehen, da sie die für die Atmung und andere Stoffwechselvorgänge benötigte Energie liefern. Der Kohlenhydratgehalt von U. lactuca kann bis zu 58,1 Gewichtsprozent betragen.

Andere Verwendungszwecke als Lebensmittel

Ulva lactuca wird in zunehmendem Maße für ihre mögliche Verwendung als Tierfutter und Bioenergie untersucht, aber ein Großteil ihres letztendlichen Wertes könnte im medizinischen Bereich liegen.

  • U. lactuca hat nachweislich starke antibakterielle, pilzhemmende, entzündungshemmende, antivirale, antiprotozoale und zytotoxische Eigenschaften.
  • Mittlerweile ist sie ein Spitzenkandidat für einen möglichen Einsatz in Medikamenten zur Behandlung von Atherosklerose, neurologischen Störungen, Bluthochdruck, akuter Atemnot, Asthma, Lungenfibrose und Krebs.

Weitere Informationen über Meeressalat

Rolin, C., Inkster, R., Laing, J. "Seaweed Cultivation Manual" NAFC Marine Center. https://www.nafc.uhi.ac.uk/t4-media/one-web/nafc/research/document/seaweed-cultivation/Seaweed-Cultivation-Manual.pdf

Groenendijk, F., et al. "North-Sea-Weed-Chain: Sustainable seaweed from the North Sea; an exploration of the value chain" IMARES Report number C055/16. May 2016. https://edepot.wur.nl/386907

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University of Rhode Island. "Sea Lettuce (Ulva lactuca)" Accessed 19 April 2021. http://www.edc.uri.edu/restoration/html/gallery/plants/sea.htm

Netalgae.eu. "Seaweed Industry in Europe" www.netalgae.eu. Accessed 13 April 2021. https://www.seaweed.ie/irish_seaweed_contacts/doc/Filieres_12p_UK.pdf

Biological Traits Information Catalogue, "BIOTIC Species Information for Ulva lactuca" Accessed 13 April 2021. https://www.marlin.ac.uk/species/detail/1467

Guiry, MD, Guiry, GM. "Ulva lactuca (Linnaeus), 1753". AlgaeBase. National University of Ireland, Galway. World Register of Marine Species. http://www.marinespecies.org/aphia.php?p=taxdetails&id=145984

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Abudabos, A. et al. "Nutritional value of green seaweed (Ulva lactuca) for broilers." Italian Journal of Animal Science. https://www.researchgate.net/publication/234078711_Nutritional_value_of_green_seaweed_Ulva_lactuca_for_broilers